Macht die Ausbildung mit 42 noch Sinn?

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[ geschlossen ] Macht die Ausbildung mit 42 noch Sinn?
Hallo,
mich beschäftigt noch immer das Thema Ausbildung zum Bilanzbuchhalter sehr. Ich habe gerade erst den Finanzbuchhalter gemacht und arbeite seit 2 Jahren in einem kleinen Büro, in dem ich die Buchhaltung alleine mache, samt Jahresabschluss. Ich habe ansonsten keine Praxis. Von den gängigen Buchhaltungsprogrammen kenne ich nur Lexware und Datev (ein bisschen). SAP fehlt mir noch in Gänze. Ich bin schon 42 und bin eigentlich schon happy, dass ich nach meiner langen Familienpause überhaupt noch mal in den Beruf zurück gefunden habe (Bürokauffrau gelernt...Lichtjahre her).

Aber irgendwie reicht mir das so einfach nicht und ich würde gerne den Schritt zum Bilanzbuchhalter wagen. Hat das in meinem Alter überhaupt noch Sinn? Und habe ich mit meinen Vorkenntnissen so überhaupt noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt?

Kann mir jemand einen Rat geben? So eine Ausbildung ist ja nicht gerade nen Klacks und kostet auch ne Menge Geld. Bin für jeden Rat als Entscheidungshilfe dankbar.

LG
Ponschie
Hi Ponschi,

da machst du dir ja ähnliche Sorgen wie ich. Ich habe gerade erst die Finanzbuchhalterprüfung gemacht, und noch nichtmal einen Job im Büro, geschweigedenn in der Buchhaltung.

Mich würde auch mal interessieren, wie viele Chancen man hat, wenn man so spät anfängt. Ob ich jedoch jemals noch eine Bilanzbuchhalterausbildung machen werde, weiss ich nicht.

Denke aber, wenn man zögert, verschenkt man auch Zeit. Vielleicht bringt hätte es dann irgendwann doch was gebracht.

LG
Schneckchen
Wenn man mit 20 zu Arbeiten beginnt und sich überlegt, ob eine Ausbildung mit 42 noch sinnvoll ist - nachdem man erst 22 Jahre lang gearbeitet hat und bis 62 arbeiten muß - also knapp die Hälfte erst überschritten hat... würde ich mir Gedanken machen.

Ich würde allerdings den Job behalten und lieber ein wenig (oder mehr als wenig) Freizeit investieren, zum Beispiel durch ein Fernkurs. Das geht auch mit wenig Geld z.B. bei der Fernuni Hagen kann man den BA nett neben der Arbeit als Teilzeitstudium machen. Dann stellt man seine finanzielle Sicherheit nicht aufs Spiel und kann das Tempo den eigenen Ansprüchen anpassen.
Ja, an ein Fernstudium habe ich auch schon gedacht. Aber ich mache mir Sorgen, dass ich das nicht packe, denn da lernt man ja quasi ohne direkten Ansprechpartner. Hat jemand damit Erfahrung? Wie schwer ist so etwas? Habe hier im Forum etwas von Durchfallquoten um die 50% gelesen (Schock!!!) Kann man sich irgendwie speziell auf so eine Ausbildung vorbereiten? Und kann man mit einem Fernstudium auch die IHK-Prüfung ablegen?

Sorry, so viele Fragen! Aber mir schwirrt der Kopf vom vielen Grübeln und Abwägen!! Hoffe auf gute Tipps!

Gruß
Ponschie
Hallo ponschie,

du darfst dich auf keinen Fall von den Durchfallquoten beirren lassen.

Auch in "normalen" Studiengang fallen viele durch. (Bsp. Mathe / Recht / VWL ca. 50 % durchgefallen).
Immerhin lernt jeder für sich selbst.
Bei Fernstudiengängen gibt es doch bestimmt auch Ansprechpartner, die bei Problemen helfen.
An unserer Hochschule wird sogar ein Nachhilfekurs für Fernstudis angeboten. Wenn du die richtige Schule findest und nebenbei dafür was tust, klappt das auch.

Manchmal werden auch vorbereitende Schnupperkurse angeboten. Vielleicht kannst du einen derartigen besuchen. Das Gespräch mit dem Organinsator hilft auch ein großes Stück weiter.

Er kann dir ganz genau sagen, wie hoch dein Arbeitspensum ist, wie der Ablauf ist etc.

Frag einfach mal nach.  :)
@Däni
Vielen Dank. Du hast mir sehr weitergeholfen. Dass es so etwas wie Nachhilfe für Fernstudis gibt wußte ich nicht. Klingt gut und macht Mut.

Ich habe jetzt einfach mal von verschiedenen Anbietern die Unterlagen angefordert. Von SGD (Studiengemeinschaft Darmstadt) habe ich schon den Studienführer bekommen. Aber bei der Durchsicht der Fächer im Lehrgang Bilanzbuchhalter habe ich kaum einen Unterschied zu den Themen des Finanzbuchhalters entdecken können; außer im übergreifenden Teil VWL und BWL. Ich vermisse Themen wie internationale Rechnungslegung. Dieses Thema kommt hier überhaupt nicht vor...wird doch aber geprüft!?

Ich habe schon das Netz durchforstet zu dem Thema was denn die Ausbildung zum Bilanzbuchhalter zwingend beinhalten muss (wegen der IHK Prüfung), aber nichts gefunden.

Hat jemand vielleicht auch per Fernstudium den Bilanzbuchhalter gemacht und kann mir einen Anbieter empfehlen? Das wäre spitze!

@ Olray  
Es ist nicht so, dass ich mit 42 denke, dass es sich nicht mehr lohnt, eine Weiterbildung zu machen, weil ich nur noch 25 Jahre zu arbeiten habe. Ich habe vielmehr Sorge, dass mich in meinem Alter dann eh niemand mehr einstellt, zumal ich ja nicht gerade über viel Erfahrung verfüge.

@ Schneckchen
Finde auch, dass man immer dranbleiben sollte und nicht aufgeben sollte. Drück dir die Daumen für nen guten Job!!
Hallo Ponschie,

bezüglich der Bilanzbuchhalterprüfung schau Dir mal diesen Artikel an. Der sollte eigentlich weiterhelfen:

Voraussetzungen zur Ausbildung zum Bilanzbuchhalter (inkl. Prüfungsbestandteile)

Unter Literaturhinweise in diesem Beitrag ist noch ein weiterführender Link.

LG, Biene
Hi Ponschie,

danke, ja, ich bleib am Ball. Ist allerdings nicht leicht im Moment. Werde wohl demnächst erstmal operiert. Und habe gerade eine Beschäftigungsmassnahme vom Jobcenter. Naja, so hat man mich aus der Statistik gemogelt. Was ich derzeit mache, ist zwar Büroarbeit, hat aber mit Buchhaltung nicht im Entferntesten was zutun  :evil:  
Ich mache nur Fotokopien, hefte Sachen ein und werde vielleicht hin und wieder was schreiben.

Aber: ich lerne immer, wenn nichts zutun ist!

Frag mich allerdings wirklich, wie ich in meinem Alter noch den Einstieg schaffen soll, wenn ich da nun wieder in sowas total anderes reingezwängt wurde :shock:
Andererseits lerne ich nun erstrecht weiter, schon aus Protest.

Liebe Grüße
Schneckchen

P.S. ich habe mal ein Fernstudium zu einem total anderen Thema gemacht. Da gabs auch die Möglichkeit, in einem Internetforum sich auszutauschen und bei Fragen hätte ich meine Fernlehrerin fragen können. Hatte aber nie Fragen....
Das war bei der sgd
Hallo,
ich bin 45 Jahre. Meinen gepr.Bilanzbuchhalter IHK habe ich vor ca. 2,5 Jahren bestanden.
Diesen 1 Jahr Lehrgang + Vorbereitung zur Prüfung habe ich als Samstagskurs bei einer
Steuerfachschule absolviert.
Da ich auch schon über 40 Jahre war, musste ich gegenüber Jüngeren eigentlich jeden Tag
lernen. Es war doch mit Stress verbunden, denn Familie habe ich ja auch.
Also wenn man Lust und ZEIT an Wissen hat, soll man es machen. Der Gedanke, dass man
mit einem Alter von 40 J. und mehr beruflich dann die Auswahl hat, sollte man vergessen.
Der Arbeitsmarkt, bzw. die offenen Stellen zeigen es.
Zu diesem Samstagslehrgang möchte ich noch hinzufügen, dass ich damit eine gute Wahl getroffen
hatte, weil ich Kontakt mit Dozenten und Schülern hatte.

LG
@Schaus
Also du sagst aus deiner Erfahrung, dass die Chancen auf einen angemessenen Job nicht mehr gegeben sind? Dann wäre es ja eigentlich besser, noch SAP Kurs zu belegen und vielleicht noch andere fachbezogene Kurse anzuhängen (Lohn und Gehaltsabrechnungen -> Personalfachkraft o.ä.). Denn wenn es für einen Job in leitender Position eh nicht reicht, dann doch lieber nen soliden Vollzeitjob als Finanzbuchhalter finden und solange mit dem zufrieden geben, was man hat, oder?

Danke an alle für die vielen guten Ratschläge und Hinweise als Entscheidungshilfe. Ich denk noch mal ein bisschen drauf rum!

LG
die Ponschie
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