Herstellkosten gleich variable Kosten??

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Herstellkosten gleich variable Kosten??
Hallo Zusammen,
ich habe eine Frage und ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen. Ich arbeite seit gut einer Woche in einem Industriebetrieb im Verkauf. Im Studium habe ich gelernt, dass sich der Stückdeckungsbeitrag als Differenz zwischen Erlös und den variablen Kosten ergibt. Nun habe ich erkannt, dass mein Betrieb zur Ermittlung des Stückdeckungsbeitrags aber die Herstellkosten vom Erlös (Verkaufspreis) abzieht. Warum die Herstellkosten?? Ich verstehe das nicht ganz, denn in den Herstellkosten sind ja auch die Materialgemeinkosten und Fertigungsgemeinkosten mit einbezogen. Beim db werden aber nur die variablen Kosten, sprich die Einzelkosten berücksichtigt! Ist das ein Fehler des Unternehmens oder habe ich einen Denkfehler? Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen. Vielen Dank und liebe Grüße!
Hi!

Neben der Teilkostenrechnung wird auch oft die Vollkostenrechnung angewendet. Wenn das Unternehmen, in dem du arbeitest, keine eindeutige Kostenspaltung ( also in einzel und gemeinkosten ) vornimmt, werden die kompletten Herstellungskosten ( Gemein-/Einzelkosten) vom Erlös abgezogen.
Der Nachteil liegt somit darin, dass das Ergebnis nicht so aussagefähig wie das von der Teilkostenrechnung ist. Optimal wäre es ja, wie du es im Studium gelernt hast, den Deckungsbeitrag anhand von Einzelkosten zu ermitteln, denn dann kann man sehen, ob ein postiver Deckungsbeitrag vorliegt, der dann tatsächlich die fixen Kosten "deckt" und bestenfalls noch zum Überschuss beiträgt.

Du kannst ja im Betrieb mal nachhaken, wieso die HK verwendet werden ;)

Beste Grüße
Tommy
Bearbeitet: tommy88 - 01.04.2013 20:01:19
Hallo pattigree,

Du hast aber Recht, dass dann der Begriff "Deckungsbeitrag" falsch verwendet wird, denn dieser ist definiert als Erlöse minus variable Kosten.

Richtiger wäre m. E. in Anlehnung an die GuV-Rechnung z. B. die Verwendung des Begriffes "Bruttoergebnis vom Umsatz".

Bis dann!!! Gruß fbausw!!!
Hallo miteinander!

Habe hierzu eine ähnlich gelagerte Frage. Der Begriff "Deckungsbeitrag" scheint ja in einigen Unternehmen so trendy zu sein, dass die Geschäftsleitung diesen für alles mögliche verwendet und uns Fachidioten damit in ein definitorischen Wahnsinn treiben will...

Hier nun mein "DB"-Problem:
Bei den Produkten handelt es sich um Projekte (Bau). Und in unserem interen Berichtswesen wird folgendes Schema verwendet (bitte nicht gleich schreien - ich übernehme folgend einfach die Termini unseres Unternehmens):

Projekterlös
- Summe externer Projektkosten (= alle gebuchten Rechnungen Dritter)
----------------------
= Deckungsbeitrag I
- Summe interner Projektkosten (= Materialkosten durch Lagerentnahmen + Personalkosten [alle durchs ERP-System zuordenbar])
---------------------
= Deckungsbeitrag II
- Gemeinkosten (auf GK-Zuschlag)
---------------------
= G & V

Gehe doch richtig in der Annahme, dass der Begriff "Deckungsbeitrag" hier ebenfalls falsch gewählt ist...
Und wie würdet Ihr "G&V" begrifflich belegen, denn irgendwie erscheint mir der Begriff doch auch etwas umgedeutet, wenn er nur das Projektergebnis widerspiegelt.

Danke schonmal....

Grüße
Hallo,
der Begriff Deckungsbeitrag ist kein geschützter Begriff, der nur in der Lehrbuchmäßigen definition verwendet werden kann und darf.

Ich finde die Projektdeckungsbeitragsrechnung aus Deinem Unternehmen durchaus nachvollziehbar.

Wichtig ist, dass diejenigen die mit der entsprechenden Rechnung arbeiten wissen was gemeint ist um diese entsprechend bewerten zu können.

Von daher aus meiner Sicht alles Okay.

> Kann nicht jeder in einem Indutstrieunternehmen arbeiten und die Lehre 1 zu 1 umsetzen.

Gruß

Tim
Hallo,

das mag ja evtl. sein. Es geht aber nicht darum, ob man die Verursacher dieser Falschbenennung verklagen kann.

Ich würde schon aus praktischen Erwägungen heraus die Differenz nicht fälschlicher Weise „Deckungsbeitrag“, sondern z. B. trivialer und richtiger Weise „Erlöse – Herstellkosten“ nennen. Das erzeugt keine Irritationen (siehe Fall „pattigree“!) und damit in der Fa. keine kostenverursachende Mehrarbeit aufgrund von Erklärungen seitens der Kostenrechnung / des Controllings.

Bis dann!!! Gruß fbausw!!!
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