Kalkulatorische Zinsen

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Kalkulatorische Zinsen, Auswirkung kalk. Zinsen auf steuerlichen Gewinn und das Betriebsergebnis
Hallo,

ich habe ein kleines Problem. Es wird von mir verlangt, dass ich zu folgendem Sachverhalt Stellung nehme:

Welche Auswirkungen hat der kalkulatorische Zins auf den steuerlichen Gewinn und auf das Betriebsergebnis?

Meiner Meinung nach hat der kalk. Zins keinerlei Auswirkungen auf den steuerlichen Gewinn, da kalk. Zinsen keinen Aufwand darstellen und fiktiv sind! Beim Betriebsergebnis sieht es etwas anders aus. Da die kalk. Zinsen in der Produkt-Preiskalkulation mit einbezogen sind, haben sie schon Auswirkungen auf das Betriebsergebnis. Es wird höher, je höher die kalk. Zinsen sind.

Bin ich damit auf dem richtigen Weg oder total von diesem abgekommen?

Wäre schön, wenn mir jemand helfen könnte!!!

Danke
Hallo Okrim,

deine Meinung zum steuerlichen Gewinn kann ich nur bekräftigen. Sie werden nicht mit eingerechnet.
Auch beim Betriebsergebnis würde ich mitgehen, da du die kalk. Zinsen aus Kostenrechnung beziehst.

Vielleicht möchte noch jemand unsere Vermutungen bestätigen?  :D

LG,
Neele
Viele Grüße Neele :-)
Hallo Neele,

danke für Deine rasche Antwort. Jetzt sind schon mal 2 gleiche Meinungen vorhanden. Mal sehen, ob noch jemand Deiner Aufforderung nachkommt...

Liebe Grüße Mirko
Hallo,

ich bin da anderer Meinung.

Buchhalterisch gesehen gilt erstmal:

steuerlicher Gewinn: ergebnisneutral, da Ausgleich über die Abgrenzungsrechnung
Betriebsergebnis: ergebnisverschlechternd, da Zusatzkosten

Nur, und das wurde hier auch richtig erkannt, sind sie zusammen mit den anderen kalk. Kosten und den Grundkosten die Grundlage der Angebotskalkulation. Beim Verkauf der Erzeugnisse fließen die kalk. Kosten über die Umsatzerlöse in das Unternehmen zurück, sofern die Umsatzerlöse die gesamten Selbstkosten (einschließlich der kalk. Kosten) decken. In diesem Fall wirken sich dann z. B. die kalk. Zinsen nicht auf das Betriebsergebnis aus bzw. erhöhen indirekt den steuerlichen Gewinn.

Bis dann!!! Gruß fbausw!!!
Hallo Okrim!
Zitat
Da die kalk. Zinsen in der Produkt-Preiskalkulation mit einbezogen sind, haben sie schon Auswirkungen auf das Betriebsergebnis. Es wird höher, je höher die kalk. Zinsen sind.
Das wird in KLR-Büchern gerne so dargestellt. Die Sache hat aber einen entscheidenden Haken:

Der kalkulierte Verkaufspreis muss auf dem Markt erstmal durchgesetzt werden.

Wäre die Angelegenheit so einfach wie von Dir beschrieben, dann könnte man durch den Ansatz eines entsprechenden kalk. Unternehmerlohns seine Erträge ins Unermessliche schrauben.

Aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof.  :D

Lieben Gruß
-Nausicaa
Hallo,

in meinen KLR-Büchern wird das nicht so dargestellt, denn selbst wenn sich dadurch die Umsatzerlöse über den Preis steigern ließen, so würden sich doch die Kosten ungefähr im gleichen Umfang erhöhen (höhere kalk. Zinsen ==> höhere Kosten im Betriebsergebnis), d. h. es käme zu keiner Erhöhung des Betriebsergebnisses.

Die höheren Umsatzerlöse würden dann im Betriebsergebnis durch die höheren Kosten (in Form von kalk. Zinsen) neutralisiert.

Wir reden doch buchhalterisch vom Zweikreissystem (RK I: Erfolgsrechnung der FB mit dem Gesamtergebnis / RK II: KLR mit dem Betriebsergebnis), wobei die Rechnungskreise durch die Abgrenzungsrechnung verbunden sind!?

Bis dann!!! Gruß fbausw!!!
Hallo fbausw!

Vollkommen d'accord, was Ergebnistabelle/Betriebsüberleitungsbogen und den Zusammenhang angeht "Ergebnis aus RK I = Ergebnis aus RK II".

Es ging mir um die Preiskalkulation.

Lieben Gruß
-Nausicaa
Hallo,

insbesondere:

Gesamtergebnis der FB = Neutrales Ergebnis (==> Abgrenzungsrechnung) + Betriebsergebnis

und:

Neutrales Ergebnis = Ergebnis aus unternehmensbez. Abgrenz. + Ergebnis aus kostenrechn. Korrekturen.

Aber das nur am Rande!

Nun führt aber doch eine Erhöhung der kalk. Zinsen erstmal zu einer Verschlechterung des Betriebsergebnisses, da die (Zusatz-) Kosten sich erhöhen.

Über z. B. höhere Zuschlagssätze (aufgrund höherer kalk. Zinsen) bei den Produkt-Preiskalkulationen kann es dann zwar zu einer Erhöhung der Umsatzerlöse kommen (über die Preise, falls diese auf dem Markt durchgesetzt werden können), aber dies führt (ceteris paribus) nur dazu, dass max. die zuvor genannte Verschlechterung des Betriebsergebnisses wieder wett gemacht wird.

Er kommt also zu keiner Erhöhung des Betriebsergebnisses bei steigenden kalk. Zinsen (==> q. e. d.).

Literaturempfehlung dazu: Schmolke + Deitermann / Industrielles Rechnungswesen IKR / winklers verlag / 27. Auflage / Darmstadt 1999 / Seite 363 / "Auswirkung der kalkulatorischen Kosten auf das Betriebsergebnis"

Bis dann!!! Gruß fbausw!!!
Bearbeitet: fbausw - 07.07.2011 00:50:22
Hallo fbausw!

Das ist doch alles unbestritten. Du schreibst doch auch: "Über z. B. höhere Zuschlagssätze (aufgrund höherer kalk. Zinsen) bei den Produkt-Preiskalkulationen kann es dann zwar zu einer Erhöhung der Umsatzerlöse kommen (über die Preise, falls diese auf dem Markt durchgesetzt werden können), aber dies führt (ceteris paribus) nur dazu, dass max. die zuvor genannte Verschlechterung des Betriebsergebnisses wieder wett gemacht wird" (Hervorhebung durch mich).

Die Ergebnistabelle ist eine ex-post-Betrachtung und alle von Dir dargestellte Hin- und Herrechnerei ändert nichts an der Höhe des Gesamtergebnisses aus RK I. Lediglich durch Aufstellen einer Ergebnistabelle kann sich folglich niemals etwas am Ergebnis der Finanzbuchhaltung ändern. Was man an zusätzlichen Erkenntnissen - z. B. über die Ertragsstruktur - gewinnen kann, hast Du ja vollumfänglich dargestellt.

Ich wollte darauf hinaus, dass sich durch die zusätzliche Einbeziehung von Größen wie kalkulatorischer Zinsen auf das EK oder eines kalkulatorischen Unternehmenslohns (Zusatzkosten/aufwandslose Kosten) sich die (Selbst-)Kosten erhöhen, was bei unverändertem Gewinnzuschlag zu höheren Preisen führt. Diese müssen aber erst am Markt durchgesetzt werden.

LG
-Nausicaa
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