Subunternehmerpreise den eigenen Kosten entgegensetzen

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[ geschlossen ] Subunternehmerpreise den eigenen Kosten entgegensetzen
Hallo,

wir sind in unserem Handwerksbetrieb am überlegen, ob es sinnig ist, bestimmte Leistungen von dritten Firmen machen zu lassen. Nun muss man dabei natürlich betrachten, ob dieses Einkaufen der Leistung überhaupt günstiger ist oder nicht. Ich habe beispielsweise ein Angebot von 22 Euro/Stunde von einem solchen Subunternehmer. Nun bin ich aber gerade nicht ganz sicher, welchem Wert ich diesen 22 Euro zum Vergleich entgegensetzen soll. Ich hab die Rechnung zum Erhalt des Stundenverrechnungssatzes vorzuliegen. Doch mit diesem kann ich das ja nicht vergleichen oder? Muss das nicht mit den Kosten für die produktiven Stunden verglichen werden, in den lediglich Lohn und Arbeitgeberanteil für Krankenkasse usw. drinstecken?

Kann mir da jemand nen Rat geben?

Mensen
Hallo Mensen,

sicher kannst Du nur die Produktivzeiten in den Stundensatz einbeziehen. Ein einfaches Tool zur Berechnung eines Stundensatzes findest Du hier:

http://www.controllingportal.de/Startse ... ssatz.html

Beim Vergleich mit einer externen Leistungen spielen evtl. nicht nur die Personalkosten eine Rolle. Vielleicht musst Du auch noch Sachkosten mit einbeziehen.

Gruß, Bernte
Mit der Berechnung des Stundenverrechnungssatzes gibt es eigentlich keine Probleme.

Es sieht so aus, dass wir mehrere Montagetrupps haben, zu denen je ein Fahrzeug und Werkzeug gehören. Mir geht es darum, eine reelle Gegenüberstellung machen zu können, wenn ich für bestimmte Arbeiten die Wahl zwischen den eigenen Leuten und externen Anbietern habe.
Wie schon gesagt, man stelle sich das Beispiel vor, das Angebot des Drittanbieters beläuft sich auf meinetwegen 22 € die Stunde. Welchem Wert muß man dem nun entgegensetzen zum Vergleich, ob die Leistung des Drittanbieters günstiger ist, als meine eigene???

MfG
Wird zum Beispiel ein kompletter Trupp ausgetauscht, dem eindeutig ein Fahrzeug und Werkzeug zugeordnet werden kann, musst Du diese Kosten in den eigenen Stundensatz einberechnen (soweit das Fahrzeug und Werkzeug dann auch vom Subunternehmer gestellt wird). Werden Fahrzeug und Werkzeug durch mehrere u.a. nicht zu ersetzende Trupps genutzt, würde ich diese Kosten nicht mit in den eigenen Stundensatz mit einbeziehen, da diese Kosten ja auch weiter intern anfallen würden.

Wenn man es ganz genau machen will sollten auch noch interne Prozesse z.B. für Lohnabrechnung, Beschaffung von Werkzeug usw., die auf die interne Leistung entfallen (Trupp), mit einbezogen werden.

Der eigene Stundensatz sollte also die Grenzkosten (zusätzliche Kosten)der bisher internen Leistung berücksichtigen. Liegen die Kosten der externen Leistung unter den eigenen Grenzkosten ist das Outsourcing bei vergleichbarer Leistung vorteilhaft.

Ich hoffe das hilft weiter. Ansonsten einfach noch weitere Infos posten.

Gruß, Bernte
Hallo Bernte,

über folgendes Verfahren komme ich auf meinen Stundenverrechnungssatz:

produktive Personalkosten
+unproduktive Personalkosten
=Summe Personalkosten

Raumkosten
+betriebliche Steuern
+Versicherungen
+KFZ Kosten ohne Steuern
+Werbe und Reisekosten
+Kosten Warenabgabe
+Reparaturen/Instandhaltung
+sonstige Kosten
=summe Sonstige Kosten

Zinsen u. neutrale Aufwendungen
=Summe Zinsen u. neutrale Aufwendungen

--> durch Addition der drei Summen komme ich auf
   Kostendeckung I (ohne Gewinn)

+kalk. Wagnisse
+Gewährleistungen
+Forderungsausfälle

--> ergibt dann Kostendeckung II (ohne Gewinn)

-Entlastungsbetrag Material
-Entlastungsbetrag Fremdleistung

--> ergibt Stundenkostensatz

+Gewinn vor Steuer

--> ergibt nach Division mit den produktiven Stunden
   den Stundenverrechnungssatz

-----------------------------------------------------

Mit Hilfe dieser Rechnung hätte ich doch sämtliche Gemeinkosten mit umgelegt, in denen sich ja auch die Kosten für das Fahrzeug und das Werkzeug befinden.

Müsste es dann nicht einen Wert in dieser Auflistung geben, dem man einfach die "Einkaufskosten pro Stunde" für den Subunternehmer entgegensetzen kann zum Vergleich.

Wenn nicht, ist es dann so, dass ich bezogen auf den Bautrupp alle Lohnkosten für ein Jahr, plus der Kosten für das Fahrzeug, plus Kosten für Werkzeug addieren muß und diesen Wert dann durch die durch den Trupp erzielten produktiven Stunden einfach Teile. Bzw. würde dann neben den genannten Kosten noch was fehlen? Wie verhält es sich dann mit den Verwaltungskosten etc.

Besten Dank für deine Mühen.
nein so kannst Du da nicht rangehen. Der Stundenverrechnungssatz Deines Unternehmens enthält ja auch Gemeinkosten und entsprechende kalkulatorische Kosten.

Wenn Du wissen willst, ob das Gesamtunternehmen günstiger arbeiten könnte, wenn es bestimmte Leistungen  ausgliedert, dann kannst Du auch nur die Grenzkosten der auszugliedernden Leistung betrachten.

Die Gemeinkosten, z.B. Raumkosten, bleiben doch weiterhin bestehen und belasten das Unternehmen unbahängig von der auszugliedernden Einheit (Trupp).

Grob skizziert müsste die Rechnung, wie folgt aussehen:

 Personalkosten inkl. Nebenkosten des Trupps
+ Kosten Werkzeug
+ KFZ- Kosten
+ evtl. andere direkt zurechenbare Kosten (die auch der Subunternehmer übernimmt)
+ (evtl. Kosten für innerbetriebliche Prozesse, die bei Ausgliederung entfallen)
= Summe Kosten des Trupps (ohne Material, ohne Gemeinkosten)
/ Produktive Stunden (Gesamtstunden abzzgl. Urlaub, Krankheit, Feiertage, Zeiten ohne Auftrag etc.)
= Stundensatz für Vergleich

Anderes Beispiel:

Dein interner Stundensatz (Vollkosten) beträgt 40,- EUR. Der Subunternehmer verlangt 35,-. Dann würdest Du zu dem Schluss kommen, der Subunternehmer ist billiger, deshalb übernimmt er jetzt die Leistungen des Trupps.

Der interne Trupp selbst verursacht jedoch nur Kosten (Grenzkosten) von z.B.  30,-, denn die Differenz von 10,- zu den 40,- sind Gemeinksoten für Verwaltung, Gebäude usw..

Da diese 10,- EUR unabhängig von der Ausgliederung anfallen und weiter bestehen bleiben, hätte das Gesamtunternehmen eine Mehrbelastung von 5,- je Stunde der externen Leistung.


Ich hoffe, dass ich das in der Eile halbwegs verständlich geschrieben habe. Ansonsten nochmal nachfragen.

Gruß, Bernte
also gehe ich quasi davon aus, dass ein Einsatz meiner eigenen Mitarbeiter keine nenneswerten Auswirkungen auf meine Gemeinkosten hat und ich somit nur die direkten Kosten als Maßstab für den Vergleich nutze, die mir durch den Einsatz meiner eigenen Leute entstehen würde.
Im Grunde, wie du oben skizziert hast. Ich nehme meine Lohnkosten all inclusive, plus meiner Fahrzeug- und Werkzeugkosten und schauen, ob ich eventuell noch irgendwelche teile der Gemeinkosten habe, die ich einem solchen Arbeitseinsatz direkt zurechnen könnte.
Ihr macht das ganz schön wissenschaftlich. Zunächst ist doch die Frage zu beantworten: Sind meine Mitarbeiter ausgelastet bzw. verfügen Sie nicht über die Fähigkeiten. Und dann stellt sich die Frage, welchen Deckungsbeitrag erziele ich mit dem Einsatz von Subunternehmern. Die Basis dafür ist der Cash Stundensatz meiner Mitarbeiter als Vergleich mit dem Subunternehmer.

Heranzuziehen sind dann noch evtl. Kosten wie Fahrzeug, Hilfsmittel usw., wenn der Sub sozusagen eine Komplettleistung anbietet.

Gruß Andreas
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