Umlage der KST im BAB

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Umlage der KST im BAB
Hallo zusammen,
dieses Forum ist echt klasse! Ich habe schon beim Durchsuchen der älteren Beiträge viele meiner Fragen ebantworten können. Leider stehe ich nun vor einem erneuten Problem:
Bei der Einführung der KST- und KTR Rechnung in unserem Unternehmen stoße ich nach und nach auf immer mehr Hindernisse und Tücken.
Mein aktuelles Problem:

Hier zunächst mein bisheriger Aufbau des BAB:

Primärkosten (Kostenstellenkosten)
+ Belastungen aus Umlagen
= Kosten gesamt nach ibL belastung
-Entlastungen aus Umlagen
-Entlastungen Rückmeldungen Mensch (aus BDE)
- Entlastungen Rückmeldungen Maschine (aus BDE)
= ÜBER- / UNTERDECKUNG

Meine Frage hierzu:
Nebenkostenstellen müssen ja auf Hauptkostenstellen umgelegt werden. Nun habe ich den Fall, dass meine Nebenkostenstelle zu 100% der Kostenstellenkosten umgelegt ist. Darunter wurde diese aber durch Entlastungsbuchungen der BDE entlastet. Diesen Betrag habe ich jetzt natürlich als Unterdeckung auf der KST stehen.

Ist mein Vorgehen so korrekt? Muss diese Unterdeckung stehen bleiben? Oder muss ich die KST Umlage erst nach Entlastung aus der BDE umlegen?

Ich hoffe mein Problem ist einigermaßen verständlich. Ich freue mich auf eure Beiträge!

LG Jule87
Hallo Jule,

kannst Du noch kurz schreiben, was du unter BDE verstehst.

Grundsätzlich sollten aber erst die Umlagen (Nebenkostenstellen) auf die Hauptkostenstellen und dann sollte die Entlastung der Hauptkostenstelle erfolgen.
Ich vermute du ermittelst einen Kostenstellensatz je Stunde (Entlastung) oder so?
Bearbeitet: bedlam - 01.02.2012 16:18:34
@ bedlam

Sie meint wohl mit BDE die Betriebsdatenerfassung.


@ Jule87

Kannst Du mal ein Beispiel posten? Danke.
Bearbeitet: Nausicaa Phaeacian - 01.02.2012 16:51:26
Hallo bedlam, hallo Nausicaa,

schonmal vielen Dank für eure Antworten.
Ja genau, mit BDE meine ich die Betriebsdatenerfassung und die Entlastung erfolg über den Kostensatz.

Hier ein Beispiel:
KST Sortierband wird zu 100 % umgelegt.

Kosten gesamt nach ibL Belastung X 100€
- Entlastung aus Umlagen auf andere KST X - 100€
- Entlastungen Rückmeldungen Mensch X -  80€
= Summe Entlastungen X -180 €

ÜBER / UNTERDECKUNG X -80€

Die Entlastungen Rückmeldungen Mensch, sind die Fertigungsminuten der MA an der entsprechenden Kostenstelle mit einem Personalstundensatz multipliziert.
Ich bin mir jetzt nicht ganz im Klaren, inwieweit die Entlastung der KST nach der Umlage Sinn ergibt. Bei KST, die ich nicht umlege, also den Hauptkostenstellen, finde ich das Schema eigentlich passend.

Ich hoffe die Situation ist nun anschaulicher und ihr könnt mir weiterhelfen!!

VIELEN DANK!!!
Die Kst "Sortieband" wird zu 100% per Verteilungschlüssel umgelgt und dann noch per Entlastung auf den Kostenträger.
Da ist dann aber ein Klinken drin.
Umlegen solltest du nur "unproduktive" Kostenstellen. Entlastungen auf einen Kostenträger erfolgen nur durch produktive Kostenstelle.

Gehen wir mal zur Planung diese Kostenstelle.
Du sammelst ja im Planungsprozess alle relevanten Kosten innerhalb des Geschäftsjahres auf den Kostenstellen. Jetzt wilst Du diese Kostenstellen ja entlasten. Ziel soll es ja sein, alle Kosten den Kostenträgern zuzuordnen. Bei deinem Beispiel planst Du für das GJ mit 100€ Kosten.
Unproduktive Kostenstellen sollten sich ja jetzt auf produktive Kostenstellen umlegen und diese wiederrum entlasten auf den Kostenträger.
jetzt machst du ja beides. Einmal gehen die 100€ zu 100% als Umlage weg und dann nochmal 80€ (Personalkosten) auf einen Kostenträger. Damit würdest du ja praktisch einen "Gewinn" auf der Kostenstelle ausweißen....

Wenn Du in dieser Kostenstelle die Möglichkeit der Zeiterfassung hast, klingt ja so, dann mach sie doch komplett produktiv und leg sie nicht noch um.
Hallo Jule87,

so ähnliche Kostenstellen gibt es bei uns auch. Wir verwenden SAP und die Lösung sieht, umgemünzt auf deinen (Excel?) BAB so aus:

Dein ursprüngliches Schema:

Primärkosten (Kostenstellenkosten)
+ Belastungen aus Umlagen
= Kosten gesamt nach ibL belastung
-Entlastungen aus Umlagen
-Entlastungen Rückmeldungen Mensch (aus BDE)
- Entlastungen Rückmeldungen Maschine (aus BDE)
= ÜBER- / UNTERDECKUNG


Stell einfach die Entlastung durch Rückmeldungen um:

Primärkosten (Kostenstellenkosten)
-Entlastungen Rückmeldungen Mensch (aus BDE)
- Entlastungen Rückmeldungen Maschine (aus BDE)
+ Belastungen aus Umlagen
-Entlastungen aus Umlagen
= ÜBER- / UNTERDECKUNG

Bei den echten Overhead-Kostenstellen ändert sich dadurch nichts, bei den Zwittern, die Rückmeldungen und Umlagen haben, paßt es dann. Deine Über-/Unterdeckung stimmt.

Schönen Gruß
Andreas
Hallo bedlam, hallo Andreas,

ja diese KST ist auch produktiv. Aber ich habe so viele produktive KST, die kann ich doch nicht alle als Hauptkostenstellen ohne Umlage stehen lassen, oder?

Wir verwenden als ERP-System ProAlpha. Ich habe den BAB entsprechend meiner obigen Beschreibung aufgebaut.
Wenn ich dich richtige verstehen, Andreas, dann darf ich auch die produktiven KST umlegen, oder? (Wäre sonst eine Fülle an KST!)

Dann wäre deine Variante ja sinnvoll. Ich werde das Schema wahrscheinlich dementsprechend umändern! Vielen Dank!

Eine Frage habe ich aber noch: bedlam du schreibst von der Entlastung auf den KTR. Was genau meinst du damit? Ich berechne doch im 1. Schritt im BAB meine Gemeinkosten. Dann berechne mit Hilfe der Einzelkosten in der KTR-Rechnung die Gemeinkostenzuschlagssätz. Und diese Sätze nehme ich dann um die Gemeinkosten auf den KTR (in abhängigkeit der Einzelkosten) zu berechnen. Aber faktisch gesehen, bleiben doch die GK auf den KST stehen, oder?

Vielen Dank für eure Antworten!!

LG
ICh hoffe das war jetzt nicht missverständlich, aber ich hätte jetzt verstanden, dass eure Umlagekostenstellen über einen Verteilungsschlüssel auf die produktiven Kostenstellen gehen. das erfolgt ja bereits im Planungsprozess. damit sind die Umlagekosten auf den produktiven Kostenstellen im Bereich der Primärkosten zu finden.
Jetzt hast Du planerisch die Gesamtkosten der Kostenstelle (sagen wir 45.000€) und kannst damit deinen Entlastungstarif ermitteln. Setzt du jetzt im Plan als Beispiel 800 Fertigunsgstunden an, dann wäre der Entlastungstarif 56,25€/h
Werden jetzt (im Ist)1,5h auf der produktiven Kostenstelle gefertigt, dann wird der Kostenträger mit 84,37€ belastet. Das setzt sich dann aus dem Fertigungslohn, etc und deinen umgelegten Kosten zusammen.

Abweichungen auf der produktiven KSt und unproduktiven KST lass ich jetzt mal außen vor.

Mir ist nicht klar, warum ich eine Hauptkostenstelle auf 2 Wege entlassten soll.

@ Andreas: Ihr scheint das ja so zu machen. Kannst Du mir /uns erklären warum?
Hallo bedlam,
so ganz ich dir jetzt leider nicht folgen.
Da ich gerade bei der Einführung der KST-Rechung bin, kann ich mich auf keinerlei Planwerte beziehen.
Mir ist nicht so ganz klar, ob ich die Umlage der KST richtig mache. Aber würde ich alle produktiven KST als Hauptkostenstellen sehen, dann hätten schon ein paar. Ist dies so üblich?

Entlastet wird doch jede KST, indem die dort anfallenden Mmin (oder Fmin) mit einem Maschinenstundensatz (oder Personalstundensatz) multipliziert werden. Diesen Stundensatz haben wir schon ermittelt und eingepflegt.
Nach deiner Meinung müsste ich jetzt also jede produktive KST als Hauptkostenstelle stehen lassen!?
Jetzt verstehe ich, was du mit der Belastung des KTR meinst. Die Entlastung der KST bringt gleichzeitig eine Belastung des JTR mit, oder? Und die im Anschluss auf der KSt übrigen Gemeinkosten, müssen per Zuschlagssatz auf den KTR gelegt werden.
Liege ich so richtig??

Anreas, mich würde trotzdem interessieren, wie ihr das macht, wenn ihr auch - so wie ich ursprünglich gedacht- produktive KST auf andere produktive KST verteilt.

Vielen Dank für eure Hilfen!! So langsam kommt Licht ins dunkel!!

Lg
Hallo,

es gibt bei uns Hilfskostenstellen im Fertigungsbereich, die grundsätzlich auf Hauptkostenstellen umgelegt werden. Nun ist es aber so, dass die Personen auf den Hilfskostenstellen durchaus auch produktiv mitarbeiten. Es gibt also einen Stundensatz, die Mitarbeiter melden ihre Zeiten auf Fertigungsaufträge zurück. Der "Rest" wird dann auf die Hauptkostenstellen umgelegt.

Soviel ich weiß ist das im SAP wohl nicht ungewöhnlich, ich kann mich zumindest nicht erinnern dass wir hier besondere Einstellungen bei der Einführung getätigt hätten. Die Entlastung der Kostenstelle durch Leistungsverrechnung (= hier die Rückmeldung auf Fertigungsaufträge) hat automatisch Priorität vor der Entlastung durch Umlage.

Ich hoffe das bringt etwas Licht in unsere Vorgehensweise :-)

Schönen Gruß
Andreas
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